Amp Off Modifikation für die Canon EOS 300Da-Peltier. (Stand: 26.03.2009)

Um es vorweg zu sagen, eine Amp-Off (Amplifier Off) Modifikation ist nur dann notwendig, wenn die Kamera auch gekühlt wird. Komischerweise wird das Verstärkerglühen wesentlich extremer, wenn der CMOS gekühlt wird.
Lange Zeit hatte ich nicht den Mut dazu. Heute habe ich es aber dann doch gewagt. Etwas Vorbereitung war notwendig, denn eine 3 Stufige Transistorschaltung, nach Mike Kudenov, war hier von Nöten. Danke Mike !

Konstante Raumtemperatur im Keller: 17 Grad. (Gilt für alle Fotos).

Dunkelbild ohne Amp Off-Mod., aber auf ca. -20 Grad gekühlt. 600s belichtet. (1600ASA).
Solche Beulen können einen schon zur Verzweiflung bringen.
Bei 800ASA und z.B. 900s Belichtung, gehen die Beulen über fast 1/3 des Bildes.


Dunkelbild mit Amp Off-Mod.,  auf ca. -23 Grad gekühlt. 960s belichtet, 800ASA.
Selbst in dieser Bildgröße sind keine Hotpixel erkennbar. Im Rohbild weniger als 30 !
Da kommt Freude auf, ein Dunkelbild macht seinem Namen alle Ehre :)




Das Bild unten wurde 1260 Sekunden mit 800 ASA belichtet, kein Crop, kein Dunkelbildabzug.
Das Foto ist nun, nach der Modifikation, voll nutzbar und muß nicht mehr ausgeschnitten werden :)
EOS 300Da(mod) mit CLS Filter.
Peltierkühlung aktiv (-22 Grad am CMOS). Der Raum war dunkel und nur durch das gedimmte Display des Laptops leicht erhellt.
Blende: 11.0 !
Ich bin erstaunt, das das Foto kein sichtbares Rauschen mehr zeigt, trotz 17 Grad Raumtemperatur.
Die strahlendhelle grüne LED wird fast zu 100% durch den CLS Filter weggefiltert. Übrig bleibt ein geringer Gelbanteil.


Die Schaltung



Ich habe die Schaltung etwas angepasst, da ich auch andere Transistoren verwende. Q1 ist ein MOS-FET, der sich praktischerweise nur mit Spannung steuern läßt. Er ist also extrem hochohmig.
R8 ist ein Ersatzwiderstand. Er existiert nicht auf der Platine. Ich brauchte Ihn aber, um den Gesamtstrom festzustellen. Es ist quasi der Widerstand des CMOS-Anschlusses.
Einzelheiten gibt es ebenfalls
hier zu lesen, allerdings auf Englisch.
Achtung, entscheidend ist der Widerstand R6. An Punkt 5 müssen etwa 3,4 bis 3,7V sein.
Der 3V - Impuls liegt während der Belichtung an. Nur während des Auslesens werden dann die erforderlichen 5V durchgeschaltet.
R9 ist nur ein "Angstwiderstand". Der MOS FET Eingang ist eh sehr hochohmig, so daß der Widerstand ohne weiteres auch 100K o. ä. betragen könnte.
R7 und R5 müssen genau eingehalten werden.
R1 ist in meiner Schaltung notwendig, ansonsten wird Q1 nicht aktiv.
Am besten, vor dem Einbau der Schaltung, austesten.

Ich habe aus Platzgründen die Platine extern, an das Kameragehäuse gelegt, so dass ich bei Bedarf, die Schaltung noch anpassen könnte. (Ich wusste ja nicht, das das so reibungslos von statten geht ;-)).

Meine Platine. Die Größe ist OK, aber leider nicht die Höhe. Es ist neben dem CMOS wirklich wenig Luft !



Die Schaltung an den CMOS gelötet.



Ausschnitt von oben. Es sind 3 Unterbrechungen zu machen. Sehr gut eignet sich eine Nadel, mit der man ganz sanft die feine Kupferbahn teilt. Das geht sehr gut.
Eine starke Lupe ist aber notwendig. 4 Kabel werden zur Platine verlegt (1. Masse,   2. 3V Impulse,     3. 5V von der Kamera,     4. U/Aus.. ca. 3,6 V.)

Diese Modifikation war mit Sicherheit die anspruchvollste ! Neben dem IR-Sperrfilter Tausch und der Peltierkühlung.Ich bin aber doch sehr erleichtert, das alles geklappt hat :) OK, die 300D ist schon in die Jahre gekommen, aber die Bildausbeute mit all diesen Mod's ist wirklich auch heute noch, sehr beachtlich.
Ich kann auch diese Modifikation wärmstens empfehlen.

zurück