EOS 300Da - Peltier


(Stand: 02/2009)
Nach über einem Jahr erfolgreichem Einsatz der gekühlten Canon EOS 300Da, hier eine Zusammenfassung meiner Erkenntnisse.
Ich stehe nicht besonders auf  Diagramme und technischen Formeln, da sie mit der Praxis eher selten in direkten Zusammenhang stehen, bzw. weitere Einflußparameter sich dazwischen schummeln ;-)
Tatsache ist jedoch, das ich das Rauschverhalten der 300Da dadurch besser veranschaulichen kann.
Im Folgenden gebe ich die Standardabweichung* an. Außerdem zeige ich ein Diagramm, welches die Pixelwerte (Sättigung) wiedergibt.
Es handelt sich dabei um von mir gemessene Werte, die ich mit meiner EOS ermittelt habe. Da jede Kamera ein nicht unerhebliches unterschiedliches Rauschverhalten an den Tag legt, sind diese Messwerte nicht auf andere 300D Modelle übertragbar ! Streuungen zwischen verschiedenen 300D-Modellen, können mit Sicherheit 30 Prozent, oder gar mehr erreichen.

Messvorgang:
Ich messe alle Werte bei erzeugten Dunkelbildern. Das heißt, es fällt während der Belichtungen kein Licht auf den CMOS.
Nach erfolgter Belichtung, wandele ich das Foto von Raw nach Tiff um. Anschließend wird es mit MaximDL vermessen.
Getestet habe ich 1600ASA und 800ASA.


Beispielfoto, welches die Pixelauswahl für die Messungen zeigt (weißer Rahmen).
Die rechts auftretenden Auslesebeulen der 300D, sind damit ausgeklammert.


 

Messung 1
1600ASA, Belichtungszeit: 300 Sekunden
Umgebungstemperatur: 15 Grad (Raumtemp, ganz ohne Kühlung).
Gut 1/5 der Bittiefe geht hier schon durch Rauschen verloren....




"Std Dev" im unteren Fenster = Standard-Abweichung.
"Maximum" zeigt den maximal erreichten Helligkeitswert des hellsten Pixels in dem Auswahlrahmen. (Er kann jede beliebige Farbe haben, Hotpixel !)
Die grünen Pixel sind deutlich weniger vertreten.

Messung 2
1600ASA, Belichtungszeit: 600 Sekunden
Umgebungstemperatur: 15 Grad (Raumtemp, ganz ohne Kühlung).



Das ist der absolute GAU ! Die ersten Hotpixel geraten in die Sättigung ! (Wert = 255).
Hier könnte selbst ein sauberes Dunkelbild nichts mehr retten. Schon vorher werden keine Details mehr wiedergegeben.
Das Bild ist damit völlig unbrauchbar.
Ein QMW von 16000 bis 23000 ist absolut unbrauchbar.


 

Messung 3
1600ASA, Belichtungszeit: 600 Sekunden
1. Kühlstufe: -13 Grad .
Vergleiche mit Messung 2 !


 

Messung 4
800ASA, Belichtungszeit: 600 Sekunden
2. Kühlstufe: -27 Grad .





Die 2. Kühlstufe bietet allerdings nicht nur Vorteile.
Das Gesamtrauschen nimmt nur minimal ab und schlimmer, einzelne Pixel, die eine erhöhte Sättigung haben, nehmen zu und somit wird der Himmelshintergrund "rauer".
Zu sehen am steigenden QMW (Standardabweichung).
Physikalisches auf den ersten Blick nicht logisch, ebenso der Effekt, das bei großer Kühlung die Auslesebeulen deutlich größer werden.
Eine Kühlung bis ca. -20 Grad ist aber durchaus sinnvoll, bzw. empfehlenswert.
 

Messung 5
800ASA, Belichtungszeit: 600 Sekunden
1. Kühlstufe: -13 Grad .

Nein, ich habe mich hier nicht vertan. Der QMW steigt bei zu viel Kühlung wieder an !!



Der QMW bei Kühlstufe 1 ist sehr gut. Er liegt bei etwa 3200 im Schnitt.

Eine moderne Canon EOS 40D rauscht immer noch wesentlich mehr, als meine gekühlte alte EOS 300Da !
Die Praxis hat es gezeigt. Alles in Allem, eine sehr effektive Maßnahme, auch Heute noch.

*Standardabweichung (standard deviation), oder quadratischer Mittelwert:
Quadratisches Mittel des Rauschens. Alle Quadrate der Zahlenwerte werden addiert und anschließend durch Ihre Anzahl geteilt.
Diese Messmethode liefert einen präzisen Messwert.

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