Die Montierung

Die Montierung ist das Herzstück der ganzen Einheit. Besonders in der Astrofotografie werden hohe Anforderungen an die Montierung gestellt. Schon kleinste Fehler zeigen sich als Strichspuren bei den Sternen. Je größer die Brennweite, desto kritischer wird es. Letztendlich kam ich etwa im Jahre 1999 zu dem Schluß, das eine selbstgebaute Montierung besser meine Ansprüche erfüllt, als die Vorhandene. So baute ich ohne Zeichnung und ohne besondere Kenntnisse meine Montierung. Sie sollte erst als Modell funktionieren und später dann "richtig" gebaut werden. Da Sie aber so gut als Modell lief, behielt ich Sie
(never change a running system;-)).Bis heute läuft die Montierung einwandfrei.
Sie hat zwar einen recht großen periodischen Fehler, ist aber trotzdem mit einer ST-4 oder ST-7 gut nachzuführen.
Der Vorteil: Ich weiß über alle Teile, einschließlich der Elektronik (auch Selbstbau) bestens bescheid. Somit fällt eine Adaption mechanischer oder elektronischer Teile leichter. 

Erklärung der Montierung (Stundenachse)

  • 1 - Schrittmotor und Getriebe
  • 2 - biegsame Kupplung (Verbindung Getriebe - Schnecke).
  • 3 - großes Zahnrad (Stundenachse)
  • 4 - Plastikzahnrad zur Adaptiondes Sensors vom digitalen Teilkreis (NGC-MAX)

    Die Einzelteile erschienen mir recht stabil. Nur aufgrund dieser Tatsache habe ich die Teile bestellt. Ich komme nicht aus dem Maschienenbau und habe deswegen keine besonderen Kenntnisse. Ich wußte aber zwei Dinge auf jeden Fall zubeachten:
    1. Das große Zahnrad auf der Stundenachse (Rektaszension) muß spannungsfrei laufen. Wenn ich an der Schnecke drehe, brauche ich nur wenig Kraft
    (kleines Drehmoment).
    2. Das Zahnrad braucht eine geringe, aber immer vorhandene einseitige Belastung, damit das Spiel elemeniert wird. So gibt es beim Umschwenken kein Freilauf.
Die Montierung wird mit einem überdimensonierten Schrittmotor betrieben. Bei etwa 47 Hz habe ich Sternengeschwindigkeit. Bei ca. 8000 Hz kann ich
etwa 4 Grad pro Sekunde verfahren. Ich brauche also die Getriebeübersetzung nicht ändern.
Die Rechteckimpulse erzeuge ich ganz ohne Quarz. Ich verwende einen einfachen NE555 Timerbaustein. Der ist sehr günstig und das Wichtigste, er ist genau genug. Mit geringster Beschaltung erzeugt er die Impulse, die Ihrerseits auf die fertig gekaufte Endstufe für den Schrittmotor gehen.
Die Schnecke (2) braucht etwa 16 bis 18 Minuten für eine Umdrehung. Die periodischen Fehler wiederholen sich also nicht zu oft.
Alles in allem eine sehr zuverlässige Bauart. Sie ist schon seit ca. 8 Jahren im Einsatz.

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