Wenn das erste Interesse geweckt, kommt die Frage auf, wie geht es weiter ....
Welche Möglichkeiten bietet die Astrofotografie (Grundsätzliches)?
Das Wichtigste vorweg.
Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen, will heißen, anfangs ist
weniger mehr. Wer sich als erstes große Ziele steckt und in der nächsten
klaren Nacht alles schaffen möchte, wird scheitern.
Klein anfangen heißt die Devise, denn auch das Auge will geschult sein
für einen geschärften Blick durch das Teleskop.
Es klingt unwahrscheinlich, aber so ist es. Ein langjähriger
Sternengucker wird durch sein Teleskop wesentlich mehr Details sehen,
als ein Neuling. Ich selber kann das bestätigen.
Sehr empfehlenswert ist für den Anfang eine drehbare Sternkarte, z.B.
von
Kosmos.
Sie vermittelt viele wichtige Details des Sternenhimmels. Sie kostet
weniger als 10 Euro.
In der ersten klaren Nacht ist es selbst ohne optische Hilfsmittel
interessant, mit der Sternkarte den Himmel zu erforschen, die
Sternbilder kennen zu lernen. Auch lüftet sich schnell das Geheimnis,
welchen hellen Stern ich grad sehe, oder ob es vielleicht doch ein
Planet ist ?
Dunkel sollte der Himmel sein. So werden auch hellere Sternhaufen
sichtbar und die Milchstraße. Die Milchstraße besteht aus zahlreichen
Sternen, die sich etwa zwischen 5000 und 10000 Lichtjahren von uns
entfernt befinden. Wir schauen also weit in die Vergangenheit.
Der Polarstern, ein völlig unscheinbarer Stern der 2.Größenklasse,
ist ein sehr guter Orientierungspunkt. Ihn zu finden, ist nicht ganz
einfach.
Hier ein Anhaltspunkt. Der Große Wagen, oder auch Großer Bär, ist mit
der Sternkarte leicht zu finden. Er befindet sich immer in nördlicher
Richtung und taucht in unseren Breiten nie unter den Horizont. Er ist
damit "zirkumpolar".
Die rote Linie zeigt in die Richtung des Polarsterns, der sich etwas
außerhalb des Bildes befindet. Etwa der 7 fache Abstand der beiden
äußeren Kastensterne, dann hat man den Polarstern gefunden.
Der Polarstern steht annähernd immer an der gleichen Stelle, da sich
scheinbar alle Sterne um ihn bewegen. Die Rotationsachse der Erde zeigt
genau in diese Richtung. Der Polarstern markiert also recht genau die
Nordrichtung ! Von ihm aus können die anderen Sternbilder leichter
gefunden werden. Im Übrigen ist der Polarstern der letzte Deichselstern
des kleinen Wagen.

Wenn das Auge nicht mehr ausreicht, gewisse
Sternenanhäufungen deutlich zu sehen, dann kommt der Feldstecher
(Fernglas) ins Spiel. Das menschliche Auge vermag in einer klaren Nacht
etwa 3000 bis 4000 Sterne zu sehen. Das Fernglas zeigt schon viele 10000
!
Auch einige kosmische Nebel, wie z.B. der Orionnebel, lassen sich sehr
schön mit dem Fernglas beobachten. Offene Sternhaufen, wie die Plejaden
(M45) im Sternbild Stier, H+X beim Perseus, sind lohnenswerte Objekte.
Wenn plötzlich ein mehr oder weniger heller Punkt durch das Blickfeld
rast, hat man soeben einen Satelliten entdeckt. Etwa 6000 kreisen davon
um die Erde!
Ein Fernglas bietet ein sehr großes Blickfeld und ist in
jedem Fall einem so genannten Kaufhausfernrohr vorzuziehen. Es wird
keinen Frust geben, der andererseits beim Billigfernrohr vorprogrammiert
ist !
Mit einem Fernglas lassen sich zahlreiche unvergessliche Stunden
erleben. Es sind die kleinen Dinge im Leben, die wirklich Freude
machen. Wichtig ist eine möglichst entspannte
Beobachtungsposition.
Was nützt der klarste Sternenhimmel, wenn der Nacken schmerzt ? Im
Sommer ist eine Liege zu empfehlen. Im Winter dagegen, niemals die Kälte
unterschätzen. Immer warm genug anziehen. Die Kälte kommt im Laufe der
Nacht meist unmerklich. Zu sehr ist man mit dem Schauen beschäftigt und
vergisst meist die kalte Umgebung. Leider vergisst einen die Kälte nicht
;-)
Ich habe früher auf dem Gebiet viel Erfahrung gesammelt. Ich bin lange
Zeit ins Dunkle gefahren, wo der Wind leichtes Spiel hatte. Im Winter
habe ich viele Nächte bei Minusgraden verbracht und meist viele Stunden
lang. Nicht immer war ich entsprechend angezogen.
Es lohnt sich aber in jedem Fall, die hell erleuchteten Städte hinter
sich zu lassen und das dunkle Umfeld zu suchen (soweit überhaupt noch
vorhanden).
Also, eine drehbare Sternkarte, ein Fernglas und warme Sachen gehören zu
der ersten Ausrüstung. Eine gesunde Portion Motivation und Geduld
sollten auf alle Fälle auch dabei sein.
Noch ein Wort zum Fernglas (Feldstecher). Der Feldstecher hat im
Gegensatz zum Teleskop, zwei Objektivlinsen. Jede sollte mindestens 50mm
Durchmesser haben. Eine etwa 10 fache Vergrößerung reicht aus. Die
Lichtstärke, abhängig vom Objektivdurchmesser, ist wesentlich
entscheidender als die Vergrößerung. Obiges Beispiel wäre dann auf dem
Fernglas zu finden als Aufschrift 10 x 50.
Ein Dioptrienausgleich zum Anpassen der eigenen, individuellen
Sehschärfe, sollte schon vorhanden sein. Er ist zu finden als drehbares
Okular, also dort, wo man hineinschaut. Nach Möglichkeit sollte das
Fernglas keine orangerot verspiegelten Linsen haben. Das hat nichts mit
Vergütung zu tun und macht das Bild recht dunkel. Eine Vergütung dagegen
ist empfehlenswert, da sie Lichtreflexe wirksam verhindert. Ob eine
Linse vergütet ist oder nicht, sieht man an dem Farbton der Linse. Ist
die Linse weißlich, ist sie kaum oder gar nicht vergütet. Meist sind die
Linsen bläulich oder grünlich, oder leicht dunkelrot-orange.
Viele Sternenfreunde möchten früher oder später das
Gesehene im Bild festhalten. Das geht mittlerweile am besten mit einer
günstigen digitalen Spiegelreflexkamera.
Zumindest möchte ich hier empfehlen, zuerst eine "Standard" -Kamera zu
verwenden. Mit "Standard" meine ich eine Kamera, so wie gekauft
verwenden.
Für die Astrofotografie sind manche Optionen nicht wichtig, wie z.B.:
1/10000s Belichtungszeit, 6 Bilder pro Sekunde....
Viele wichtiger, ein geringes Eigenrauschen der Kamera zum Beispiel.
Es gibt gewisse Möglichkeiten, diese Kameras extra für die
Astrofotografie zu modifizieren. Später mehr dazu.
Einige Kameras eignen sich recht gut für die Astrofotografie. Die
Canon-Reihe (EOS...300D, 350D, 400D...) sind z.B. solche Kameras.
Diese Kameratypen lassen sich später vom Fachmann gut modifizieren.
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An dieser Stelle möchte ich erwähnen, das
erste Fotos durchaus auch mit einer billigeren Kompaktkamera
gelingen. Beispielaufnahme einer Kompaktkamera. Die Canon
Powershot G5 kann maximal 15 Sekunden belichten. |
Soooo...., auf zur ersten Astroaufnahme. Ganz ohne
motorische Nachführung, nur mit einem Stativ. Nun wissen wir, wo der
Polarstern zu finden ist. Kein Mond am Himmel, alles bestens.
Die Kamera wird nun auf den Polarstern gerichtet. Belichtungszeit
zwischen 30 Sekunden und 5 Minuten wählen. Mit den meisten Kameras ist
es möglich, etwa 15-30 Sekunden zu belichten. Wenn wir länger belichten
wollen, wird ein Drahtauslöser benötigt. Mit dem Drahtauslöser wir die
Kamera auf "B" (Bulb) eingestellt. Es wird dann so lange
belichtet, wie der Auslöser betätigt wird. Eine Arretierung mittels
Schiebeschalter (früher, bei den Analogkameras, war es eine Schraube)
ist daher sehr sinnvoll. Dank der Digitaltechnik lassen sich die
gemachten Fotos sofort begutachten. Je länger die Belichtungszeit, desto
länger werden auch die Sternenspur. Am besten mit kleiner Brennweite,
also z.B. 28mm o.ä.
Unten auf der Polaufnahme ist der kleine Wagen, oder auch als kleiner
Bär bekannt, zu sehen. Etwa 10 Minuten war die Belichtungszeit.
Per Hand abfotografiertes Farbdia, welches ich 1986 gemacht habe. Der
Polarstern bleibt bei so "kurzer" Belichtungszeit punktförmig.

Wie sieht jetzt so ein erstes Astrofoto aus ? Nun, wer
die Geduld hat, die z.B. 5 Minuten Belichtungszeit in den Himmel zu
schauen, der wird meinen, die Sterne bewegen sich nicht. Das Foto zeigt
es dann aber um so deutlicher. Konzentrische Kreisbögen, die zum
Himmelspol immer kürzer werden. Das ist das Faszinierende an dem Foto,
es zeigt mehr, als das menschliche Auge sieht.
Eine wirkungsvolle Technik, um die Erddrehung sichtbar zu machen.
Nachgeführte Himmelsaufnahmen
In fast allen weiteren Fällen, wollen wir aber nicht die Strichspuren
sehen, sondern punktförmige Sterne. Das ohnehin schwache Sternenlicht
soll so genau wie möglich auf den Chip (Film) gebannt werden. Nur so
kann die gesamte Lichtmenge dazu beitragen, die schwächst möglichen
Sterne abzubilden. Außerdem verschwimmen viele Details, sobald die
Sterne strichförmig werden.
Ohne Stativ beträgt die längstmögliche Belichtungszeit, selbst mit einem
Normalobjektiv, nur wenige Sekunden. Danach werden die Sterne zu
Strichen verzogen. Je näher der Stern am Himmelspol steht, desto länger
kann belichtet werden, bevor die Strichspuren entstehen. Am
Himmelsäquator (Gürtelsterne des Orion) sind es etwa 5 bis 10 Sekunden
Belichtungszeit. Am Himmelspol ca. 30 bis 50 Sekunden.
Sind eine Montierung und
ein Teleskop zur Nachführung vorhanden, eröffnen sich weitere
Möglichkeiten, Astrofotos zu machen.
In diesem Kapitel werden die
verschiedenen Aufnahmetechniken besprochen.
Großfeldaufnahmen (Piggy Back)
In diesem Fall wird eine Kamera mit Objektiv auf das Teleskop
montiert. Das Teleskop dient dabei lediglich nur als Nachführung.
Ist keine Teleskopmontierung vorhanden, eignen sich auch leichte
Holzmontierungen.
Die Holzmontierungen können für wenig Geld selbst gebaut werden.
Passende Bauanleitungen finden sich des öfteren im Internet.
Anwendungsbereich:
Aufnahme von großflächige Objekten, wie z.B. die Milchstraße, offene
Sternhaufen, große Wasserstoffnebel, Kometen u.v.a.
Schwierigkeitsgrad: gering.
Sehr geeignet auch für Anfänger. Da die Brennweite recht klein ist,
treten Nachführfehler noch nicht so sehr in Erscheinung. Je nach
Befestigungsmöglichkeiten, am Teleskop, ist es durchaus möglich, mehrere
Kameras gleichzeitig zu verwenden.
Fokalfotografie (Fotografieren im direkten Fokus)
Bei der Fokalfotografie dient das Teleskop als großes Teleobjektiv.
Die Brennweite (Vergrößerung) ist groß und die Ansprüche an die
Montierung sind sehr hoch. Kleinste Abweichungen führen zu Strichspuren
auf der Aufnahme. Auch das Scharfstellen (Fokussieren) will gelernt sein
und erfordert Geduld. (Im Laufe der Zeit entwickelt jeder Astrofotograf
seine eigene Techniken beim Fokussieren).
Die Kamera wird anstelle des Okulars, direkt hinter dem Teleskop
adaptiert.
Anwendungsbereich:
Das Fotografieren von kleineren Objekten. Galaxien, Sternhaufen und
planetarischen Nebeln.
Kometen, Kleinplaneten, Sonne, Mond u.v.m.
Schwierigkeitsgrad:
Hoch bis sehr hoch, je nach Brennweite und Belichtungsdauer. Zu beachten
ist, das zusätzlich entweder ein „Off-Axis System“, oder ein Leitrohr
vorhanden sein muß. Ohne zusätzliche Nachführmöglichkeit sind lang
belichtete Fotos, mit punkförmigen Sternenabbildungen, meist nicht
möglich.
Projektionsmethode
Um sehr hohe Vergrößerungen zu erreichen, kann die Kamera hinter das
Okular montiert werden. Effektive Brennweiten von 10000mm bis 20000mm
sind keine Seltenheit !
Die Belichtungszeiten sind eher kurz. Grenzen der Vergrößerungen werden
durch den Objektivdurchmesser, der jeweiligen Montierung und der
Luftunruhe gesetzt.
Anwendungsbereich:
Solch großen Brennweiten werden fast ausschließlich für Sonnen-
Mond- und Planetenaufnahmen verwendet. (Bei 1000mm Brennweite wird die
Vollmondscheibe etwa 1cm groß auf den 24 x 36mm Film (Sensor)
abgebildet.)
Schwierigkeitsgrad: Mittel bis hoch, je nach Brennweite.
Der Einsatz von Webcams (z.B. Phillips Tou Cam) oder Videokameras lohnt
sich hier besonders. Die anschließende Weiterverarbeitung der
Einzelbilder, oder Filmsequenzen, eröffnen neue Möglichkeiten und
liefern teilweise sehr gute Ergebnisse.
Immer wieder werden die Begriffe Sterne
und Planeten verwechselt. Dabei gibt es viele Unterschiede, die aber von
der Erde aus nicht sofort erkennbar sind.
Ein Stern, auch Fixstern oder Sonne genannt, ist ein selbst leuchtender
heißer Himmelskörper. Auch unsere Sonne ist ein so genannter Fixstern
oder Stern. Ein mit bloßem Auge sichtbarer Planet dagegen, ist ein
kalter, nicht selbst leuchtender Himmelskörper, der sich in unserem
Sonnensystem aufhält. Unten im Bild, links eine Sonne, rechts ein
Planet.

Damit ein Planet zu sehen ist, muß er
direkt von der Sonne angeleuchtet werden. Die meisten Sterne sind
deutlich größer als Planeten. Es gibt aber auch hier Ausnahmen. Von der
Erde aus, sehen z.B. die Venus und der Jupiter sehr hell aus. Beides
sind aber nur „kleine“ Planeten, die nicht selber leuchten.
Ein weiteres Unterscheidungsmerkmal. Sterne flackern häufig, wegen
unserer Erdatmosphäre. Planeten tun das nicht. Besonders in einer klaren
kalten Winternacht ist dieser Effekt gut sichtbar.
Sterne sind eine punktförmige
Lichtquelle. Daher ist es möglich, das atmosphärische Turbulenzen in
unserer Atmosphäre, die Sterne kurzzeitig „verschwinden“ lassen. Damit
wird deren Erscheinungsbild insgesamt unruhig.
Planeten dagegen haben eine flächige Erscheinung. Sie werden nie
vollständig verdeckt. Daher ist ein Flimmern nahezu nicht zu sehen.

Bild oben. Links ein Planet, rechts ein punktförmiger Stern, unter idealen Bedingungen ohne Erdatmosphäre.
Bild unten. Einfluss der Erdatmosphäre.

Hier ein Beispiel aus der Praxis:
Die Aufnahme entstand folgendermaßen. Das mod. MTO (1000mm f/10 auf
f/7)) auf ein leichtes Stativ montiert.
Also ohne Nachführung. Dann mit der EOS 1000D ca. 40 Sekunden belichtet.
Das Ergebnis ist unten zu sehen.
Bei Aufnahmebeginn wackelt das leichte Stativ. Anschließend fällt auf,
das die Sternlinien nicht gleich hell bleiben, sondern etwas variieren.
Das ist die Luftunruhe, bzw. das Seeing. Es war windstill und daher sind
es keine mechanischen Schwingungen des Stativs. Sie wären auch
gleichmäßiger.

Was ist eine Mondfinsternis ?
Wenn die Sonne, unsere Erde und der Mond, eine Linie bilden, nur dann
kann es eine Mondfinsternis geben.
Das heißt, immer nur dann wenn Vollmond ist, ist eine Mondfinsternis
möglich.
In dem Bild unten, wandert der Mond von oben her, in den kupferroten
Erdschatten.
Das Bild ist nicht maßstäblich, sondern zeigt nur die Positionen der
Himmelskörper zueinander.
Nun gibt es aber nicht bei jedem Vollmond eine Finsternis. Nur etwa 2
mal im Jahr passiert es.
Unregelmäßigkeiten beim Mondumlauf und einige andere Faktoren,
verhindern dieses.
Nicht bei jeder Finsternis verfinstert sich der Mond komplett. Ist das
der Fall, spricht man von einer totalen
Mondfinsternis. Sie dauert ein paar Stunden und ist überall dort zu
sehen, wo der Mond auch sichtbar ist.

Was ist eine
Sonnenfinsternis ?

Eine Sonnenfinsternis kann nur bei Neumond entstehen.
Im Gegensatz zu einer Mondfinsternis, ist eine Sonnenfinsternis jeweils
nur in sehr begrenzten Gebieten sichtbar. Selbst eine partielle
(teilweise Verdunkelung der Sonne) Sonnenfinsternis ist daher eher
selten zu sehen.
Von uns aus gesehen, steht die Sonne dann hinter dem Mond. Der Mond
verdeckt somit die Sonne. Da der scheinbare Monddurchmesser etwa dem der
Sonne entspricht, ist die Kernschattenzone daher nur wenige hundert
Kilometer breit !Der Schatten wandert sehr schnell über die
Erdoberfläche. Nach ca. 3 bis 8 Minuten ist die Totalität vorbei.
Wegen dem annähernd gleichen scheinbaren Durchmesser von Sonne und Mond,
sind die rot leuchtenden Protuberanzen am Sonnenrand, falls vorhanden,
gut sichtbar. Ebenso die gasförmige Corona, die sehr heiß ist.
Warum gibt es nicht bei jedem Neumond eine Finsternis ?
Da der Mond nicht immer die gleiche Höhe hat und weitere Faktoren der Himmelmechanik bezüglich der Erd- und Mondbewegung eine große Rolle spielen, steht der Mond meist oberhalb oder unterhalb der Sonne. Es findet dann keine Verfinsterung statt.
Zusatzinfo:
Ist es nicht erstaunlich, das unser kleiner Mond nahezu exakt den
gleichen scheinbaren Durchmesser wie die Sonne hat ?
Die Sonne ist mehr als 400 mal so groß wie der Mond. Das bedeutet ja,
das die Entfernung der Sonne ebenfalls etwas mehr als 400 mal so weit
ist, wie die des Mondes.
Das Planet (Erde) -Mond – Größenverhältnis ist mit etwa 1:4 das größte
im Sonnensystem.
Der größte Mond im Sonnensystem hingegen, ist der erdgroße Titan vom
Saturn.
Der Unterschied zwischen
Kometen und Sternschnuppen ist beachtlich.
Häufig werden diese Begriffe verwechselt, weil die Unterschiede gar
nicht bekannt sind.
Eine Sternschnuppe ist in der Regel ein sehr kleines Staubteilchen,
welches in die Erdatmosphäre eintritt und dort verglüht.
Je nach Größe, in ca. 80 bis 180 Kilometer Höhe. Die
Eintrittsgeschwindigkeit liegt etwa zwischen 20 und 80 Kilometern pro
Sekunde.
Von der Erdoberfläche aus, sehen wir den leuchtenden (ionisierten)
Luftkanal und nicht die Sternschnuppe selber.
Ein Komet dagegen, ist ein dunkler Felsbrocken von bis zu vielen
Kilometern Durchmessern. Der Kometenschweif bildet sich nur in
Sonnennähe und zeigt immer von der Sonne weg. Auf dem Foto unten,
scheint die Sonne aus der Pfeilrichtung.
Viele Kometen schauen regelmäßig bei der Erde vorbei. Manche aber nur
einmal. Danach verschwinden sie für immer im dunklen All.


...ist extrem schwierig und ebenso
wichtig ! Es läßt sich nicht so einfach sagen, welches Fernrohr das
„beste“ ist. Der motivierte Hobbyastronom kann ja an verschiedensten
Teilgebieten Interesse haben. Sei es die Sonnen- oder die Mond- und
Planetenbeobachtung, oder aber der Deepsky Bereich. Also alle
lichtschwachen kosmischen Objekte. Angefangen von kleinen planetarischen
Nebeln, über Kugelsternhaufen, bis hin zu den Galaxien. Ebenso gibt es
da die Kometenjäger, die Suche nach neuen Supernovas, oder die
Beobachtung von Kleinplaneten und Veränderlichen, sowie Doppelsterne.
Hinzu kommt, muß das Teleskop transportabel sein, oder eher nicht ?
Meist kommt früher oder später der Wunsch auf, das Gesehene zu
fotografieren.
Ein Teleskop muß für die Fotografie andere Kriterien erfüllen, als nur
für die visuelle Beobachtung. Das Gleiche gilt auch für die Montierung,
was aber ein weiteres Kapitel ist und zu diesem Zeitpunkt nicht näher
beschrieben wird.
| Theoretisches Auflösungsvermögen | |
| Objektivdurchmesser (in mm) | Auflösung in " (Bogensekunden) |
| 50 | 2,76 |
| 100 | 1,38 |
| 150 | 0,92 |
| 200 | 0,69 |
| 250 | 0,55 |
Wie oben schon zu lesen, ist die Astronomie ein weit gestreutes Interessengebiet. Ich beschränke mich daher auf die allgemeinen Vor- und Nachteile der Fernrohrtypen.
Tipp:
Angebote, wo beim Teleskop nur die Vergrößerung angepriesen wird
„60mm Refraktor mit 600 facher Vergrößerung plus 3 x Barlowlinse“,
gleich vergessen. So etwas gehört ins Reich der Träume und Fabeln und
hat nichts mit der Wirklichkeit zu tun. Das Ganze am besten für unter
100 Euro ;-)
Ebenso enttäuschend sind Spiegelteleskope mit z.B. 60mm bis 80mm
Öffnung. Sie sind zu lichtschwach und verursachen nur Frust. Die
erreichbare Vergrößerung ist von äußeren Faktoren abhängig, wie z.B. der
Beschaffenheit der Atmosphäre, der Transparenz usw. In der Praxis wird
die max. sinnvolle Vergrößerung sehr selten erreicht.
Die max. Vergrößerung läßt sich am obigen Refraktorbeispiel
folgendermaßen errechnen:
Objektivdurchmesser (mm) x 2. Beispiel: 60 x 2 =120x.
120 fach ist unter idealen Bedingungen die max. sinnvolle Vergrößerung.
Eine höhere Vergrößerung zeigt keine weiteren Details.
Empfohlene Minimalanforderung:
Linsenteleskop ab 50mm (Objektiv), Spiegelfernrohr ab 112mm
(Objektiv), besser 150mm (6 Zoll). Beides jeweils mit ausreichend
stabilem Stativ !
Noch vor einigen Jahren war ein 4 Zöller
(100mm Objektiv) noch extrem unförmig. Das Öffnungsverhältnis
(Lichtstärke) war einfach zu schlecht (z.B.1:10 oder größer). Die
Baulänge war dadurch sehr groß und transportabel waren diese Teleskope
nur mit größerem Aufwand.
In der heutigen Zeit dagegen, lassen sich Öffnungsverhältnisse von 1:6,
oder weniger realisieren !
Die Optiken haben trotz der höheren Lichtstärke, weniger optische Mängel
und sind bezahlbar.
Vorteile:
Handliche Ausführung, meist gute bis sehr gute Optiken, bezahlbar.
Wenn einmal richtig justiert, bedarf es meist keiner weiteren Justage.
Kein störender Fangspiegel im Strahlengang und daher keine
Kontrastminderung !
Kleinere Amateurgeräte sind sehr gut transportabel. Mit entsprechenden
Zusatzoptiken (Bildfeldebener, o.a. flattener) lassen sich sehr große
Himmelsausschnitte verzeichnungsfrei fotografieren.
Nachteile:
Große Refraktoren haben immer noch ein beachtliches Gewicht und sind
wesentlich teurer als Spiegelteleskope gleicher Öffnung !
Einfache Refraktoren, wie z.B. der Fraunhofer, verfügen über ein großes
sekundäres Spektrum, welches hauptsächlich bei hellen Objekten, wie die
Venus oder Mond auffällt. Fotografisch mit engbandigen Filtern (z.B.
H-Alpha pass filter) sinnvoll einsetzbar.
Für manch einen ist ein Reflektor nach
wie vor das ultimative Instrument. Reflektoren gibt es in
verschiedensten Bauformen (Newton, Schmidt-Cassegrain, Schiefspiegler,
um nur einige zu nennen).
Ebenso gibt es verschiedenste Öffnungsverhältnisse. Die Gründe, warum
diese Teleskope immer noch so beliebt sind...
Vorteile: Große Öffnung (hohe
Lichtstärke), relativ günstiger Preis im Vergleich zum
Spiegeldurchmesser. Manche Bauformen, wie z.B. das Schmidt-Cassegrain
Teleskop (SCT), lassen sich auch mit großer Öffnung leicht
transportieren (gefalteter Strahlengang, daher kurzer Tubus trotz langer
Brennweite).
Keine Farbfehler der eigentlichen Optik möglich, da Spiegel. Daher gut
geeignet für die Astrofotografie. Das gilt auch für die bekannten
„Russentonnnen“ (MTO) mit 1:10, oder 1:6,3.
Nachteile: Besonders, wer sein Gerät häufig transportiert, muß es
ebenso häufig justieren ! Das gilt besonders für den
Schmidt-Cassegrain Typ. Der Fangspiegel im Strahlengang sorgt für
Kontrastminderung und teilweisen Beugungserscheinungen (Gilt nicht für
den Schiefspiegler).
Thermische Empfindlichkeit, Hauptspiegelshifting (Schmidt-Cassegrain).
Fazit:
Tipp: Die Projektionsmethode funktioniert ohne Filter. Wie der
Name schon sagt, wird das Okularbild der Sonne auf ein weißes, glattes
Stück Papier projiziert. Ein Projektionsschirm kann leicht selbst gebaut
werden. Achtung, beim Anpeilen der Sonne, niemals durch das Teleskop
schauen !! Nach einiger Zeit bekommt man die nötige Routine, nur
über das grobe Peilen, die Sonne einzustellen. Mit dieser Methode lassen
sich schon Sonnenflecken (falls vorhanden) und bei guter Sicht, die
Granulationen und Fackeln beobachten.
Minus-Violett Filter: Bei Linsenobjektiven entstehen selbst bei scharf gestelltem Objektiv, mehr oder weniger unscharfe Sternenabbildungen. Hervorgerufen durch den Effekt, das nicht alle Farben des Spektrums auf den selben Punkt fokussiert werden. Der Filter filtert diese unscharfen Anteile recht sauber heraus. Das Resultat sind sehr scharfe Sternenabbildungen !
H-Alpha-Filter: Der Filter läßt nur die rote Wasserstofflinie durch, alle anderen Spektrumsbereiche werden nicht durchgelassen. Visuell ist er nicht tauglich, da zu dunkel. Fotografisch sorgt er für eine beachtliche Kontraststeigerung aller H-Alpha Objekte (z.B. Nord-Amerikanebel, Californianebel, u.v.a.)
UHC-Filter: Hauptsächlich für den visuellen Bereich gedacht. Schwache Nebel, die ohne Filter unsichtbar sind, werden plötzlich sichtbar. Für Galaxien nicht gedacht, da diese ein zu breites Spektrum ausstrahlen, welches Großteils weggefiltert wird.
Deepskyfilter (Lumicon): Eignet sich gut für den fotografischen Einsatz. Rote Nebel, die sonst im lichtverschmutzten Himmel untergehen, werden gut sichtbar. Leider entsteht durch die ungünstigen Durchlasskurven, ein stark blaues Bild. Das ist durch einen Weißabgleich nur bedingt zu neutralisieren. Es gibt dadurch immer leicht grüne Sternenabbildungen.
CLS-Filter: Liefert ähnliche Ergebnisse wie der Deepskyfilter. Der CLS-Filter ist aber etwas farbneutraler.
IDAS-LP2-Filter: Dieser Filter ist momentan (Stand 04/2008) der beste Allroundfilter auf dem Markt. Er hat eine sehr ausgewogene Farbbalance. Damit lassen sich verschieden farbige Nebel am natürlichsten fotografieren. Auch für Galaxien eignet sich der Filter recht gut.
Das macht sich allerdings auch im Preis bemerkbar. Wer nicht so viel Geld investieren möchte, ist mit dem CLS Filter nicht schlecht beraten.
Filter der neueren Generation sind auch
mechanisch besser beschaffen, als die älteren Modelle. Die
Fertigungstechniken haben sich deutlich verbessert. Ebenso die
Möglichkeiten, engbandige und steilflankige Filter herzustellen. Alle
Filter gibt es in verschiedenen Größen. Gängige Größen sind z.B. 1 ¼
oder 2 Zoll mit Schraubgewinde.
Der IDAS-LP2 Filter ist, genau wie der CLS-Filter, u.a. auch als
Frontfilter für die Canon Serie erhältlich. Die Kameras sind damit gegen
Staub gut geschützt. Außerdem lassen sich so mit einem Filter
verschiedenste Brennweiten verwenden. Im Endeffekt wird also einiges an
Geld gespart.
Wer erfolgreich in die Astrofotografie einsteigen möchte, kommt um
mindestens einen der oben genannten Filter nicht herum. Viele
Amateurastronomen besitzen eine Sammlung verschiedenster Filter. Alle
auf das eigene Interessengebiet abgestimmt.
Bei weiteren Fragen empfehle ich u. a.
den Astrotreff. Dort sind viele
Amateurastronomen anzutreffen, die (fast) immer weiterhelfen können.